Post liefert solides Resultat und erhöht Investitionen

Mitteilung vom 09.03.2017 - Der beschleunigte Strukturwandel setzt die Post in ihrem Kerngeschäft weiter unter Druck. Entsprechend erzielte die Post für 2016 ein Betriebsergebnis (EBIT) von 704 Millionen Franken. Dies sind 119 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Der Betriebsertrag liegt bei soliden 8‘188 Millionen Franken. In einem hart umkämpften Marktumfeld ging der Konzerngewinn von 645 Millionen Franken auf 558 Millionen Franken zurück. Die Post begegnet dem Wandel mit Transformationen auf allen Ebenen: Sie investiert vorausschauend in ihr Angebot für Privat- und Geschäftskunden und erneuert die Infrastruktur.

Rückläufige Sendungsmengen, der Margendruck im Logistikgeschäft sowie das Tiefzinsumfeld im Finanzsektor prägen das Ergebnis der Post massgeblich. Weitere Faktoren sind der Verkauf einer Beteiligung bei PostFinance und die Verkürzung der Abschreibedauer auf Mieterausbauten in Logistikzentren. Letztgenannte wurden aufgrund des sich im Logistikgeschäft rasant verändernden wirtschaftlichen Umfelds erforderlich.

Downloaden Sie hier den gesamten Bericht: Geschäftsbericht 2016


Swiss Post Solutions verbessert Ergebnis

2016 konnte Swiss Post Solutions das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 5 Millionen auf 20 Millionen Franken steigern. Das verbesserte Ergebnis kam massgeblich durch Kostensenkungen und die Umsetzung von Effizienzsteigerungsprojekten zustande und ging mit einer erneuten Verbesserung der internationalen Marktposition einher. So rückte Swiss Post Solutions 2016 weltweit auf Platz 4 der Top-Anbieter von Business Process Outsourcing Lösungen im Dokumentenmanagement vor. Der Betriebsertrag sank hingegen leicht von 609 Millionen auf 558 Millionen Franken und ist insbesondere auf die Veräusserung von nicht strategischen Bereichen zurückzuführen.


Verschärfter Mengenrückgang beim Brief

Das Geschäft mit Briefen, Zeitungen und Werbesendungen blieb auch 2016 eine tragende Säule der Post. Die Substitution durch digitale Kanäle wirkt sich allerdings in zunehmendem Mass auf das Kerngeschäft von PostMail aus. Die Zahl der adressierten Briefe nahm im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent ab (2015: 1,4 Prozent). PostMail erzielte dennoch ein Betriebsergebnis von 317 Millionen Franken (Vorjahr: 358 Millionen). Der Betriebsertrag lag bei 2‘906 Millionen Franken (Vorjahr: 2‘820 Millionen). Die fortschreitende Digitalisierung wird weiterhin grossen Einfluss auf den Geschäftsgang der Post haben. Zum Vergleich: Ein Prozent Mengenrückgang bei den adressierten Briefen bedeutet einen Betriebsertragsrückgang von 14 Millionen Franken. Die durch Mengenrückgänge verursachten Ertragsminderungen konnten zwar nicht vollständig, aber dank Effizienzmassnahmen und guten operativen Leistungen zu einem beachtlichen Teil kompensiert werden. Bei der Entwicklung des Briefgeschäfts setzt PostMail auch weiterhin auf Direct Marketing und dessen Wirkungsvorteile für Unternehmen in der Schweiz.


Hoher Konkurrenz- und Margendruck im Paketgeschäft

In Zusammenhang mit dem boomenden Onlinehandel nimmt die Dynamik in der Logistik weiter zu. Die von PostLogistics verarbeitete Paketmenge stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent (2015: +3,0 Prozent). PostLogistics erwirtschaftete ein Betriebsergebnis von 117 Millionen Franken, dies sind 28 Millionen weniger als im Vorjahr. Verantwortlich dafür sind der grosse Druck auf die Margen in einem vollständig liberalisierten Markt und – aufgrund einer Strategieüberarbeitung - höhere Aufwendungen durch die Übernahme der Produkthoheit für Privatkundenpakete von Poststellen und Verkauf. Der Betriebsertrag stieg dank der grösseren Paketmenge und einer höheren Nachfrage nach Wertlogistiklösungen um 20 Millionen auf 1‘572 Millionen Franken. Dadurch konnten Abgänge von Kunden im Stückguttransport und bei den Dienstleistungen Lager und Innight sowie tiefere Erträge im Treibstoffgeschäft überkompensiert werden. Das Marktumfeld fordert PostLogistics in zunehmendem Masse, da neue – auch branchenfremde – Konkurrenten vermehrt in den Logistikmarkt drängen. Dabei können jederzeit, bedingt durch immer intelligentere Technologien, neue Wettbewerbsmodelle den Markt grundlegend verändern.


Postnetz im Umbau

Die Ablösung klassischer postalischer Produkte durch digitale Dienstleistungen und Angebote hält an. Der Bereich Poststellen und Verkauf verzeichnete 5,4 Prozent weniger Einzahlungen. Im vergangenen Jahr betrug das Betriebsergebnis von Poststellen und Verkauf -193 Millionen Franken (Vorjahr: -110 Millionen). Gleichzeitig ging der Betriebsertrag von 1‘601 Millionen auf 1‘196 Millionen Franken zurück. Dies ist einerseits auf den fortgesetzten Rückgang des Schaltergeschäfts und andererseits auf die Anpassung des internen Leistungsauftrags zurückzuführen. Seit der Ankündigung der Weiterentwicklung des Postnetzes bis 2020 ist die Post auf dem Weg, ein zukunftsfähiges Filialnetz mit einem breiten Angebot von physischen und digitalen Zugangsmöglichkeiten zu schaffen.


Zinsergebnis von PostFinance stark unter Druck

PostFinance sieht sich mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert. Dazu zählen insbesondere das anhaltende Negativzinsumfeld im Finanzmarkt und die digitale Transformation des Bankensektors. PostFinance erwirtschaftete trotzdem ein höheres Betriebsergebnis von 542 Millionen Franken (+83 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr). Hauptgrund für die Betriebsergebnissteigerung sind nicht wiederkehrende Erträge aus dem Verkauf von Aktienbeständen und einer Beteiligung. Der Betriebsertrag stieg deshalb leicht von 2‘143 Millionen auf 2‘155 Millionen Franken. Geringere Portfoliowertaufholungen auf Finanzanlagen sowie Wertberichtigungen auf Einzelpositionen belasteten das Ergebnis. Im Zinsergebnis vor Wertberichtigungen verzeichnete PostFinance einen deutlichen Rückgang  (-48 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr). Dieser negative Trend dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen, da es für PostFinance aufgrund des Kreditverbots im aktuellen Negativzinsumfeld weiterhin schwierig ist, die ihr anvertrauten Kundengelder profitabel anzulegen. Ausserdem führten nachhaltige Aufwendungen für strategische Projekte und Liegenschaftsunterhalt zu einem höheren Geschäftsaufwand.

Der Zuwachs an Kundengeldern betrug rund 4,5 Milliarden Franken. Aufgrund dieses starken Anstiegs hat PostFinance im vergangenen Jahr mit ihren Giroguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) den Freibetrag von rund 35 Milliarden Franken praktisch durchgehend überschritten. Dies hat sie 24 Millionen Franken an Negativzinsen gekostet. Um diesen Fehlbetrag zumindest teilweise zu kompensieren, belastet PostFinance seit dem 1. Februar 2017 auf Barguthaben von Privatkunden über einem Schwellenwert von 1 Million Franken eine Guthabengebühr von 1 Prozent.


PostAuto profitiert von starker Zunahme der Mobilität

2016 hat PostAuto erneut mehr Kilometer zurückgelegt und deutlich mehr Fahrgäste befördert. 152 Millionen Fahrgäste fuhren in der Schweiz Postauto, das sind rund sieben Millionen mehr als im Vorjahr. Das Betriebsergebnis von PostAuto übertraf den Vorjahreswert um 7 Millionen Franken und betrug 36 Millionen Franken. Ausschlaggebend dafür waren der tiefere Treibstoffpreis, der Leistungs- und Angebotsausbau sowie das verbesserte Ergebnis der Tochtergesellschaften. Der Betriebsertrag stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp 9 Prozent auf 923 Millionen Franken. PostAuto wandelt sich weiter zu einem ganzheitlichen Mobilitätsanbieter. Bei der Entwicklung von selbstfahrenden Bussen auf öffentlichen Strassen hat PostAuto einen wichtigen Meilenstein erreicht. Über 25‘000 Fahrgäste sind seit Juni 2016 im Rahmen des Testbetriebs in Sion mit den autonomen Bussen gefahren. Ferner wird PostAuto die im letzten Jahr eingeführte Mobilitätsplattfom NordwestMobil diesen Herbst national ausrollen.


Investitionen, Grundversorgung und Gewinnverwendung

Die Post hat im vergangenen Jahr Investitionen von rund 450 Millionen Franken in die Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur, neue Dienstleistungen und weitere Themen getätigt. Beispielsweise wurde im Paketzentrum Daillens eine zusätzliche, noch leistungsfähigere Sortieranlage installiert und im Logistikzentrum Villmergen hat die Post eine vollautomatisierte Lager- und Kommissionierungsanlage in Betrieb genommen.  

Die Kosten der Grundversorgung – wie auch sämtliche Investitionen – wurden auch 2016 vollumfänglich von der Post eigenwirtschaftlich getragen. Insgesamt erzielt die Post erneut sehr gute Werte für die Qualität der Grundversorgung. Die Postgesetzgebung verlangt, dass 90 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr eine Poststelle oder Postagentur innerhalb von 20 Minuten erreichen können. Damit zeigt sich einmal mehr, dass die Post mit ihrer Grundversorgung zu den besten Europas gehört.

Das Konzerneigenkapital belief sich per 31. Dezember 2016 auf 4‘881 Millionen Franken (vor Gewinnverwendung). Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung beantragen, dem Bund 200 Millionen Franken als Dividende auszuschütten. Damit schafft die Post auch 2016 Mehrwert für die Schweiz, die Kunden, die Mitarbeitenden und den Eigner.


Tiefgreifende Transformation notwendig

Der Druck auf das postalische Kerngeschäft nimmt in starkem Mass zu. Vor diesem Hintergrund muss sich die Post in den nächsten Jahren tiefgreifend transformieren. Sie wird ihre Dienstleistungen zunehmend an den Gewohnheiten der Kunden ausrichten und ihre Zugangsmöglichkeiten ausbauen. Daher muss die Post ihr Poststellennetz weiter umbauen und sich an den Kundenbedürfnissen sowie der langfristigen Finanzierbarkeit orientieren. Dabei wird sie auf das Erfolgsmodell der Postfiliale mit Partner und einer Vielzahl von weiteren Zugangspunkten setzen. Die Steigerung der Effizienz quer durch das Unternehmen ist eine Daueraufgabe und ein Schlüssel für das gute operative Ergebnis. Schliesslich steht die Post vor der Aufgabe, sich neue Ertragsmöglichkeiten zu schaffen. Sämtliche Bereiche arbeiten deshalb mit grossem Effort an der Weiterentwicklung des Kerngeschäftes und neuen Dienstleistungen mit Innovationskraft, um den Betriebsertrag des Konzerns langfristig zu stabilisieren. Dazu braucht die Post die entsprechenden Rahmenbedingungen, die es ihr erlauben, die postalische Grundversorgung auch in Zukunft aus eigener Kraft zu finanzieren.  

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